4K im TV – was die Zukunft bringt

Anmerkung zur IFA 2013. In drei Jahren werden wir diesen Beitrag lesen und entweder Schmunzeln ob der Zweifel an der mittlerweile Standard gewordenen Technik oder man wird kopfnickend zustimmen. Auch alles dazwischen ist möglich, aber gesagt werden sollte es trotzdem jetzt.

Die IFA in Berlin hat ihre Tore geöffnet und neben dem ganz normalen Wahnsinn laufen fast alle namhaften Hersteller mit bereits marktreifen und – naja fast – bezahlbaren Riesenfernsehern im 4K-Format auf. Toll anzuschauen sind die mit ihren ultrahochauflösenden Demo-Filmchen ganz sicher. Manche einfach riesig, andere dank OLED-Technologie gebogen und alle gelabelt mit „UltraHD“.

Samsung OLED S9C

Samsung OLED S9C

Die einzige Frage, die man sich angesichts dieser überzeugenden Argumente (Marktreife und Bezahlbarkeit) noch stellen darf: Lohnt sich eine Anschaffung schon jetzt?

Fragt man die Hersteller und das darf sicherlich nicht überraschen, sagen die „natürlich lohnt sich das schon jetzt“. Die Begründung ist einfach: In drei Jahren ist das alles Standard und dann sitzen Sie vor einem rückständigen 3D-FullHD Elektroschrott-Haufen, der nur noch im Museum taugt.

Ein Blick hinter die Kulissen offenbart aber ein gänzlich anderes Bild. Was nämlich hier als marktreif deklariert wird, ist es nur in Teilen. Die Darstellungshardware ist fit, aber die Schnittstellen sind weit davon entfernt. Bis heute hat sich die Industrie nicht auf einheitliche Standards für den Kopierschutz für 4K-Werke einigen können. Egal, könnte man meinen, aber weit gefehlt. Denn dieser neue HDCP-Standard ist die Basis für den Einsatz der neuen HDMI-2-Anschlüsse, die dann mit der vollen Bandbreite von bis zu 18 GBit/s klarkommen. Diese Anschlüsse sind aber in den jetzt vorgestellten Geräten noch gar nicht verbaut.

Aber die Hersteller können ihre neuen Flagschiffe durch ein Firmware-Update auf 2160p60 upgraden. Zauberei? Nein, denn wie Heise.de schreibt, „reduzieren [sie] die Farbabtastung bei der Übertragung auf YCbCr 4:2:0. Durch diese Unterabtastung sinkt die erforderliche Bandbreite im HDMI-Kanal, woraufhin die 10,2 GBit/s der bisherigen HDMI-Receiver-Chips dann doch ausreichen. Farbunterabtastung ist ein bei der Videokodierung und -übertratgung (HDTV, Blu-ray) übliches Verfahren. Nachteil: Da die Farbkanäle mit einer geringeren Rate abgetastet werden, sinkt die Farbauflösung im Bild, farbige Konturen verschleifen etwas.“

Die verbindliche HDCP2.2 Verschlüsselung lässt sich übrigens nicht per Firmware updaten, diese ist Hardwareseitig zu implementieren, der neue Fernseher muss also in Werkstatt, wenn man ohne Einschränkungen die irgendwann sicherlich verfügbaren 4K-Inhalte genießen will.

 

Info UHD:

Ultra High Definition – kurz: UHD – ist ein relativ junger Begriff in der Heimkino-Welt. Im Mai 2012 hat die ITU (International Telecommunication Unit) diese Bildschirm-Auflösung vorgeschlagen und damit die Grundlage für den neuen Standard geschaffen. Die Bezeichnung UHD fasst die beiden Auflösungen 4K und 8K zusammen. In Zahlen ausgedrückt, bedeutet das: Die Auflösung 4K hat mit 3.840 mal 2.160 Pixeln viermal so viele Bildpunkte wie die gegenwärtig genutzte TV-Auflösung Full HD mit 1.920 mal 1.080 Pixeln. 8K steht entsprechend für die achtfache Bildpunktzahl der bekannten Full-HD-Auflösung 7.680 mal 4.320 Pixel. Die Zahlen beziffern allerdings nicht die gesamte, sondern nur die horizontale Auflösung des Bildschirms. Der Buchstabe K steht dabei für den Faktor tausend. Alle Varianten besitzen das bekannte 16:9-Format.

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